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Zu Tisch bei Köchin & Food-Writer Olivia Cavalli

Sommer ist am schönsten, wenn man ihn teilt. Die langen Abende, die spontanen Dinners, die Gartenrunden, die bis lang nach Mitternacht gehen. Wir feiern das Beste dieser Jahreszeit: die goldenen Stunden am Tisch, in bester Gesellschaft, mit leckerem Essen und traumhaften Blumen.

Deshalb haben wir Köchin, Food-Writer und Stylistin Olivia Cavalli eingeladen, einige ihrer Lieblingsrezepte für unsere Arrangier-Guides in diesem Sommer zusammenzustellen. Lass’ dich vom Geschmack der Saison inspirieren – und nimm ein paar Tipps für deine eigenen Sommerabende mit.

Wir haben uns mit Olivia über Saisonalität, Gastgeben und die Einflüsse ihrer italienischen Wurzeln geplaudert.

Du hostest regelmäßig Supper Clubs – was sind deine wichtigsten Tipps fürs Gastgeben im Sommer?

Das ist jetzt keine große Überraschung, aber wenn du wirklich Zeit mit deinen Gästen verbringen willst, ist das Wichtigste: so viel wie möglich erledigt haben, bevor sie kommen. Du willst ja nicht den ganzen Abend in der Küche stehen – bereite also alles bis zu dem Punkt vor, an dem du nur noch aufwärmen, anrichten oder den letzten Schliff verpassen musst. Vorbereitung ist alles.

Wie beeinflussen deine italienischen Wurzeln deine Art zu kochen und Gäste zu empfangen?

Ich glaube, das Wichtigste ist: simpel bleiben und Gerichte machen, die alle lieben und die du im Schlaf kochen könntest. Vergiss nicht, dass deine Gäste hauptsächlich wegen dir da sind – also mach dir nicht zu viele Gedanken ums Essen und mach es dir leicht. Wenn man merkt, dass jemand sich zu sehr abrackert, überträgt sich das. Also lieber etwas machen, womit man sich wohlfühlt, und dann einfach entspannen. Manchmal glaube ich, ich bin keine gute Gastgeberin, weil ich den Tisch nicht rechtzeitig gedeckt habe oder vergessen habe, jemandem ein Getränk anzubieten – aber ich mag es eigentlich, wenn alle mit anpacken und sich selbst bedienen. Wenn ich an italienische Feste denke, sind das große, ziemlich chaotische Angelegenheiten – weit entfernt von perfekt durchgeplant. Und genau das macht sie so schön.

Bei Blumen arbeiten wir immer mit den Jahreszeiten – und das machst du auch beim Kochen. Dein Buch "Stagioni" bedeutet wörtlich "Jahreszeiten" und dreht sich um Rezepte, die sich mit der Saison entwickeln. Erzähl uns ein bisschen mehr darüber.

Ich bin in London aufgewachsen, wo man jederzeit in einen Supermarkt gehen und fast alle Zutaten zu jeder Jahreszeit finden kann. Das trennt uns völlig von den Jahreszeiten. In Italien hingegen – wenn man auf dem Markt einkauft, was noch immer ein riesiger Teil der Kultur im ganzen Land ist – kauft man nur das, was die lokalen Bauern und Händler gerade anbieten. Das ist ein Hauptgrund, warum das Essen dort so viel besser schmeckt: Man kocht und isst mit dem, was gerade gewachsen ist, und nicht mit etwas, das von irgendwo anders eingeflogen wurde. Was gekocht wird, hängt davon ab, was gerade da ist – und dadurch ist die Vorfreude auf neue Zutaten und auf die Gerichte, in die sie wandern, viel größer: der erste saftige Pfirsich des Sommers, Pilze und Trüffel im Herbst für Risotto und Pasta, frische Erbsen und dicke Bohnen, roh gegessen im Frühling…

Welches der Rezepte, die du für unsere Arrangier-Guides beigesteuert hast, ist dein persönliches Lieblingsrezept – und warum?

Wahrscheinlich die Crostini, weil ich die Kombination aus salzig und süß so liebe – und Basilikum macht einfach alles besser.

Olivias Sommer-Rezepte

Pfirsich-Prosciutto-Crostini mit Ricotta und Basilikum

PORTIONEN: 6

ZUTATEN

ca. ½ Baguette

Natives Olivenöl extra

160 g Ricotta

4–6 Scheiben Prosciutto Crudo

1–2 reife Pfirsiche oder Nektarinen, in dünne Scheiben geschnitten

Honig

Ein paar Basilikumblätter, grob gezupft


ZUBEREITUNG

Den Ofen auf 150 °C Umluft vorheizen.

Schneide das Baguette in dünne Scheiben, ca. 0.5cm – du brauchst etwa 12 Stück. Mit Olivenöl bestreichen, leicht salzen und auf einem Gitterrost über einem Backblech verteilen. 8–10 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Den Ricotta glatt rühren und mit etwas Salz abschmecken. Sobald die Crostini abgekühlt sind, den Ricotta mit der Rückseite eines Teelöffels großzügig bis an die Ränder auf jede Scheibe streichen.

Zupfe den Prosciutto in Stücke, verteile ihn auf dem Ricotta, und lege dann ein paar Pfirsichscheiben drauf. Zum Abschluss mit etwas Honig beträufeln, gezupfte Basilikumblätter darüberstreuen und etwas frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer drauf.

Italienisch angehauchte Gazpacho mit Knoblauch-Semmelbröseln

PORTIONEN: 4

ZUTATEN

Für die Gazpacho:

ca. 1 kg reife Tomaten

1 Salatgurke

1 rote Paprika, entkernt

2 Scheiben altes Brot (ohne Kruste)

150 ml natives Olivenöl extra, plus etwas mehr zum Fertigstellen

60 ml Rotweinessig

1 Knoblauchzehe, geschält

Eine Handvoll Basilikumblätter


Für die Semmelbrösel:

4 Scheiben altes Brot (ohne Kruste)

Natives Olivenöl extra

1 Knoblauchzehe, geschält und im Ganzen gelassen


ZUBEREITUNG

Tomaten, Gurke und Paprika grob hacken. In einen Hochleistungsmixer geben und zu einem feinen Brei pürieren. Bei Bedarf einen Schuss Olivenöl oder Wasser dazugeben, damit sich alles leichter vermengt.

Das alte Brot kurz unter fließendem Wasser anfeuchten, dann gut ausdrücken. Brot, Olivenöl und Rotweinessig in den Mixer geben. Den Knoblauch dazureiben, die Basilikumblätter und eine Prise Salz hinzufügen. Alles gut pürieren.

Ein feines Sieb über eine große Schüssel halten und die Suppe hineingießen. Abtropfen lassen und dabei mit einem Spatel leicht rühren. Das Ergebnis ist eine samtig-glatte Suppe. Nach Geschmack würzen und kalt stellen.

In der Zwischenzeit kannst du die Semmelbrösel zubereiten. Das Brot im Mixer grob zu Krümeln zerkleinern.

Etwas Olivenöl in einer Pfanne bei niedriger bis mittlerer Hitze erwärmen. Die Knoblauchzehe hineingeben und sanft brutzeln lassen – aufpassen, dass sie nicht anbrennt. Die Semmelbrösel mit einer Prise Salz dazugeben und 5–10 Minuten rösten, bis sie goldbraun und knusprig sind. Auf einem mit Küchenpapier ausgelegten Teller abtropfen lassen und abkühlen.

Die gekühlte Suppe in Schüsseln anrichten, mit Semmelbröseln und frisch gezupftem Basilikum bestreuen und noch etwas Olivenöl zugeben.

Erdbeeren mit Balsamico

PORTIONEN: 4

ZUTATEN

500 g Erdbeeren

2 EL Zucker

1–2 EL guter Balsamico-Essig

Geschlagene Sahne oder Vanilleeis zum Servieren (optional)


ZUBEREITUNG

Die Erdbeeren vom Stiel befreien und der Länge nach in Viertel schneiden. In eine Schüssel geben, Zucker darüberstreuen und alles gut vermengen, bis sich der Zucker auflöst. Bei Zimmertemperatur mindestens 20 Minuten ruhen lassen – besser noch eine gute Stunde – damit die Erdbeeren ihren Saft entfalten können.

Die Erdbeeren auf Schüsseln verteilen, jeweils mit etwas Balsamico beträufeln und nach Belieben mit Sahne oder Eis servieren.

Freddie's Rosen-Holunderblüten-Spritz

PORTIONEN: 2

ZUTATEN

Eine Handvoll Eiswürfel

60 ml Holunderblütensirup

160 ml Roséwein

100 ml Sprudelwasser

1 TL Rosenwasser

Eine Prise getrocknete Rosenblütenblätter zum Garnieren

Minze zum Garnieren


ZUBEREITUNG

Eiswürfel in beide Gläser füllen. Holunderblütensirup, Rosé und Sprudelwasser gleichmäßig auf die zwei Gläser verteilen. Je ½ TL Rosenwasser in jedes Glas geben und kurz mit einem Löffel verrühren. Mit einer Prise Rosenblütenblättern und einem Minzzweig garnieren und sofort servieren.

Gepostet am 24th Juni 2026

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