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Die Sprache der Malerei

Im Gespräch mit Georgia Beaumont

Wir haben uns mit Georgia Beaumont getroffen, der in London ansässigen Künstlerin, die unsere Arrangement-Guides für diese Saison illustriert hat. Georgia ist eine autodidaktische Malerin, deren Arbeit sich mit der Lebenskraft befasst, die zwischen der Natur und unseren menschlichen Gedanken, Emotionen und Erinnerungen besteht. Ihre zentralen Motive sind neu interpretierte Blumenformen und Zweige, die sich über die Leinwand erstrecken und in einem Tanz aus Symmetrie und Symbolik mit Siegeln verschmelzen.

Lese das komplette Interview, um mehr über ihren Prozess, die Philosophie hinter ihrer Arbeit, und darüber, welche Bedeutung Blumen und Natur für sie haben, zu erfahren.

Du bist eine autodidaktische Künstlerin. Wie hast du mit der Malerei angefangen und wie hast du deinen eigenen Stil entwickelt?

Ich male seit meiner Kindheit, um in meine eigene Welt zu entfliehen. Als ich aufwuchs, schien Künstlerin zu werden, ein stiller Traum zu sein. Aber als ich Anfang Zwanzig war, hatte ich das Gefühl, dass die Eintrittsbarrieren für eine Karriere in der Kunstwelt unüberwindbar sind. Ich habe tatsächlich zwei Uni-Kurse abgebrochen, war Praktikantin in einer Galerie und habe dann stattdessen in einem Büro gearbeitet. Ich hatte immer das Verlangen, wieder im Atelier zu sein. Ich zog nach Barcelona und nahm mir für drei Monate ein Atelier, was sich schlussendlich in drei Jahre verwandelte. Ich habe Teilzeit bei Florentine Kitchen Knives in deren Werkstatt und an deren Communications gearbeitet und zeitgleich an meinen eigenen Stücken gefeilt. Das Leben dort hatte Balance – die Stadt gab mir den Raum und die Zeit, ohne Hemmungen und ohne wirkliches Ziel zu arbeiten und schließlich wieder regelmäßig zu malen.

Im Jahr 2021 verließ ich dann Barcelona, bin zu meinem Vater und meiner Stiefmutter ins ländliche Dorset gezogen und in den zwei Jahren, die ich dort verbrachte, hat sich mein aktueller Stil langsam entwickelt. Ich habe viel Zeit auf dem Land mit Spaziergängen verbracht und aufmerksam beobachtet wie sich die Farben und Formen der Natur um mich herum verwandeln.

Erzähl' uns ein wenig über die Philosophie hinter deiner Arbeit. Du sprichst von einer „selbst-generativen Sprache“ der Malerei und einer gemeinsamen Lebenskraft, die zwischen der natürlichen Welt und der emotionalen Landschaft der Menschen besteht – wie nutzt du diese Verbindung und wie beeinflusst sie dein Schaffen?

Im Verlauf meiner Arbeit habe ich unweigerlich gemerkt, wie sich die Blütenformen regenerieren und weiterentwickeln. Obwohl insgesamt Wiederholung regiert, entdecke ich durch eine Reihe minimaler Anpassungen jedes Mal etwas Neues. Ich befinde mich also in einer Feedbackschleife mit mir selbst und der Arbeit und höre ganz leise zu. Auf diese Weise ist es zu meiner eigenen Sprache gekommen und ich habe begonnen, die Formen weniger als visuelle Darstellungen von Blumen zu betrachten, sondern als ein Manuskript von Symbolen, die ich im Laufe der Zeit entwickle und erarbeite. Mich interessiert der Zusammenhang zwischen der menschlichen Darstellung der Natur und wie dies im Laufe der Geschichte symbolisch geschehen ist. Es gab schon immer einen tief verwurzelten Wunsch in uns, visuell darzustellen, was wir sehen, was wir verehren; da muss eine spirituelle Bedeutung vorhanden sein. Und für mich bedeutet das, dass es eine Verbindung des Bewusstseins der natürlichen Welt mit unserem eigenen Bewusstsein gibt. Tatsächlich tendiere ich zur panpsychischen Theorie, dass jede Materie ihre eigene Form des Bewusstseins hat. Um dies zu erfassen, höre ich auf meine Intuition für meine eigene Zeichensetzung sowie Farbwahl, die sich manchmal vorbestimmt anfühlt und mit einer kollektiven, universellen Lebenskraft verbunden ist.

Wie bleibst du in London mit der Natur verbunden? Hast du Blumen Zuhause oder in deinem Atelier?

Ich wohne in der Nähe des Blumenmarktes auf der Columbia Road, da schaue ich sonntags oft vorbei und schnappe mir etwas für mein Atelier. Ich fühle mich immer belebt, wenn ich Blumen um mich herum habe, sie sind ein Anker für Frieden und Natur. Ich liebe es, Spaziergänge durch Regents und Hyde Park zu machen, besonders wenn eine Jahreszeit in die nächste übergeht. Diese Parks helfen mir auch, mich mit meiner Stadt verbunden zu fühlen. London kann sehr intensiv sein, daher ist es schön, diese großen Grünflächen zu haben.

Hast du eine Lieblingsblume – ob einfach nur zum in der Nähe haben oder auch als Motiv, auf das du dich immer wieder beziehst – und wenn ja, welche emotionale Verbindung hast du dazu?

Ich habe eine von Tannenzapfen inspirierte Knospe, die oft in meinen Kompositionen vorkommt, die ich besonders liebe. Es fühlt sich repräsentativ für neues Leben und Potenzial an; etwas, das fruchtbar und kraftvoll ist. Es erscheint als riesige tropfen- oder samenartige Form mit geschichteten Kurven; es fühlt sich sowohl männlich als auch weiblich an.

Sowohl echte Blumen und deine florale Kunst bringen die Natur in unsere Umgebung und somit näher zu uns. Welche Bedeutung hat das für dich – und für uns Menschen im weiteren Sinne?

Im Sinne von Wohlbefinden wird die Natur intuitiv als so wichtig angesehen, dass wir nicht einmal die psychologischen Nuancen verstehen müssen, warum sie uns belebt, sondern sie einfach mit Unmittelbarkeit spüren. Sie verbindet uns mit der Erde und damit, wer wir sind und wer wir immer waren. Das Eintauchen in die Natur, das Hören auf ihre Weisheit und das Erlauben, von ihr beeindruckt zu sein, macht uns zu besseren, gewissenhafteren Menschen, die sensibel gegenüber unserer Welt und anderen Menschen sind.

Enter some text...Wie fördert das taktile Element der Malerei oder einer anderen Kunstfertigkeit - sei es das Arrangieren von Blumen oder das Schreiben in einem Tagebuch - deine Verbindung mit deiner Kunst? Tauchst du in andere Kunstformen, Kunsthandwerke oder Rituale ein, um geerdet und inspiriert zu bleiben?

Ölmalerei fühlt sich so köstlich an. Meine Arbeit besteht ausschließlich aus glattem Birkensperrholz und die Farbe gleitet wunderbar darüber. Die superglatte Oberfläche des Holzes ist für mich auch eine tolle Grundlage, um durch Schichten in meiner Arbeit mit verschiedenen Medien eine Glasur aufbauen zu können. Das macht süchtig. Ich male überwiegend, habe aber in der Vergangenheit mit Keramik und Gipsskulpturen experimentiert. Beides fühlt sich therapeutisch an und ist eine schöne Möglichkeit, mein Gehirn auf eine andere Art und Weise arbeiten zu lassen und dabei zu helfen, alle kreativen Blockaden zu beseitigen, die beim Malen übrig bleiben. Ich koche auch gern mit Musik und einem Glas Wein und folge einem langen, aufwendigen Rezept, mit dem ich mich einfach vertraut machen kann. Das fühlt sich auch irgendwie meditativ an.

Und schließlich: Stehen bei dir irgendwelche spannenden Projekte oder Ausstellungen an? Oder arbeitest du an etwas Besonderem, das dir am Herzen liegt?

Im Frühjahr habe ich meine dritte Einzelausstellung mit der Wilder Gallery in Kensal Rise in London. Die Arbeit an einer Solo-Show ist besonders spannend, da du so über mehrere Monate tief in ein Gesamtwerk und dessen Konzept eintauchen kannst. Es ist eine wunderschöne, helle Galerie und ich freue mich, ein paar Stücke in einer anderen Umgebungen zu präsentieren. Ich habe auch einige Stücke, die bei Soho Home landen werden. Momentan bereite ich auch etwas mit Ca'Pietra vor, die wunderschöne Fliesen herstellen.

Georgias Arbeiten wurden in London, Barcelona, Mailand, Florenz, Mexiko-Stadt, Menorca und Sydney ausgestellt und befinden sich in internationalen Privatsammlungen. Mehr über ihre Kunst und kommende Ausstellungen erfährst du auf ihrer Website.

Gepostet am 15th Januar 2026

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