Die Arrangement-Guides dieser Saison präsentieren lebhafte Kunstwerke des Münchner Künstlers Moritz Moll auf dem Cover. Seine Werke erforschen die Schönheit, die im Alltäglichen, Vergänglichen und den Zwischenräumen zu finden ist, und halten diese Szenen aus dem Leben in ausdrucksstarken Farblandschaften fest. Eine perfekte Ergänzung zu unserem Thema für diese Saison, Farbtheorie.
Wir haben uns mit ihm über seinen Werdegang, seinen Arbeitsprozess und alles rund ums Schaffen von floralen Formen unterhalten:
Wie viele andere Künstler habe ich nach der Kindheit nie aufgehört, kreativ zu sein. In der Schule habe ich Leistungskurse in Kunst belegt, und nach dem Abitur habe ich Visuelle Kommunikation studiert. Direkt nach meinem Abschluss begann ich mein Kunststudium an der Akademie in München und arbeitete gleichzeitig bei einer Designagentur. Nach meinem Abschluss hatte ich das große Glück, sofort mit großartigen Galerien in ganz Europa zusammenarbeiten zu können – so konnte ich meine Leidenschaft zum Beruf machen.
Der eigene Stil entwickelt sich ganz natürlich, wenn man kontinuierlich arbeitet. Es ist nichts, das man bewusst formt, sondern etwas, das sich im Laufe der Zeit ergibt. Wenn ich zurückblicke, sehe ich, dass mein Weg mich von sehr realistischer Malerei zu dem geführt hat, was ich heute mache – und dass einige der Werkzeuge, die ich damals verwendet habe, noch immer in meiner Malerei zu finden sind. Es ist ein unglaublich spannender Prozess, bei dem man sich oft treiben lässt und überrascht ist, wo man am Ende landet. Unterwegs habe ich natürlich auch die Werke großartiger Maler erkundet, die ein ähnliches Interesse an Form, Material und Farbe teilen wie ich. Henri Matisse, Alex Katz und Claire Tabouret sind hier nur einige Namen.
Die Wirkung meiner Malerei entsteht aus einer Kombination meines formalen Interesses an Farbkombinationen und den Motiven, die ich wähle. Manchmal stehen diese beiden Elemente in einem Kontrast zueinander, was den Werken eine zusätzliche Tiefe verleiht. Bei meinen Blumenbildern genieße ich es vor allem, Farben und Texturen auf der Leinwand zu komponieren – wie eine Fingerübung. Bouquets sind dafür das perfekte Motiv. Die Stimmung des fertigen Bildes entsteht im Prozess, und sobald ich sie erkenne, kann ich sie weiter ausbauen.
Meistens basieren meine Blumenbilder auf einem Arrangement, das direkt vor mir steht. Ich arrangiere die Sträuße so, dass die Blumen für mich auf eine interessante Weise positioniert sind. Manchmal kaufe ich im Blumenladen mehr als einen Strauß und tausche dann Blumen zwischen ihnen aus. Ich nehme mir auch viel Zeit bei der Auswahl der Blumen, was mich manchmal zu einem etwas merkwürdigen Kunden macht. :)
Meine Arbeit erforscht generell die Zwischenräume des Alltags. In den letzten Jahren habe ich durch meine Arbeit ein kleines Universum geschaffen, das eine nostalgische, unaufgeregte Energie ausstrahlt und sich oft um Themen wie das Erwachsenwerden oder das Leben im Moment dreht. Es vermittelt ein Gefühl für den Lauf der Zeit und richtet den Blick oft auf unbeobachtete Momente – jene flüchtigen Augenblicke im Alltag und die Vergänglichkeit. Blumen als Symbole der Schönheit des Augenblicks und der Vergänglichkeit passen perfekt in diese Welt.
Ich kann Interaction of Color von Josef Albers sehr empfehlen! Es gibt tolle Einblicke in den Umgang mit Farbe und insbesondere in Farbkombinationen.
Ich freue mich sehr, meine Arbeit in diesem Jahr auf der Art Cologne Palma Mallorca mit der a66 Gallery zeigen zu dürfen. Außerdem werde ich Ende April bei den Paper Positions Berlin mit der Galerie Biesenbach einige Arbeiten auf Papier zeigen, darunter eine neue Blumenedition. Ich freue mich auch schon sehr auf meine Einzelausstellung in der Galerie Biesenbach in Köln zu Beginn des nächsten Jahres.
Um auf dem Laufenden zu bleiben, was Moritz Molls Arbeit betrifft, besuche seine Website oder bleib über Instagram auf dem neuesten Stand (@moritz.moll).
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